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Christchurch, NZ

Aufgrund Unwohlseins fand ich die letzten zwei Tage leider keine Zeit zum Schreiben. Aber wir sind zurück. Genesen und bester Laune. Inzwischen sind wir in Christchurch, Neuseeland angekommen.

Christchurch ist sehr, sehr … wie soll ich sagen … interessant. Die Menschen hier sind immer noch mit dem Wiederaufbau nach dem Erdbeben im Jahre 2011 beschäftigt. Die Innenstadt fühlt sich ein bisschen an, wie (Ost-) Berlin kurz nach dem Fall der Mauer. Riesige Baustellen. Klaffende Löcher zwischen zwei (oder mehreren) Gebäuden. Von einigen alten Häusern stehen nur noch die gestützten Fassaden und warten geduldig auf die Renovierung und einen neuen Anbau. Dazwischen (recht moderne und oftmals scheußliche) Neubauten. Die Straßen sind von recht jungen Schößlingen gesäumt, die in den kommenden Jahren hoffentlich zu prächtigen (das Stadtbild freundlicher erscheinen lassenden) Bäumen heranwachsen werden. In Gesprächen mit den Einheimischen zeigt sich, dass die Leute hier sehr freundlich, absolut gut gelaunt und sehr optimistisch sind, dass Christchurch bald wieder in einem neuen Glanz erstrahlen wird. Also, trotz riesiger Baustellen ist die Stadt sehr charmant und entspannt.

Aber irgendwie haben wir beide nach den 5 Tagen in Melbourne einen kleinen City-Koller. Und auch wenn Christchurch weitaus kleiner und kuschliger ist als Melbourne, so zieht es uns raus in die Natur und ans Wasser. Also ab zur Autovermietung. Eine gemütliche Fahrstunde südöstlich von Christchurch befindet sich auf der Banks-Halbinsel eine interessanteste Vulkanlandschaft. Die Halbinsel, die ursprünglich eine aus zwei Vulkankegeln geformte Insel war, verfügt über zwei große Krater, die Lyttelton und Akaroa Harbours bilden. Den Namen bekam die Halbinsel von dem Botaniker Joseph Banks, der mit Kapitän James Cook auf der Endeavour segelte.

Am südöstlichen Ende des tief und geschützt gelegenen Akaroa Harbour liegt die charmante Siedlung Akaro, die eine besondere Tatsache aufweist: Es handelt sich um die einzige französische Siedlung Neuseelands. Und wie kam es dazu? 1838 entschied der französische Walfänger Kapitän Langlois, dass Akaroa der ideale Standort für eine Stadt ist, die als Basislager für die Walfängerschiffe dienen sollte. Er kaufte die Halbinsel im Rahmen eines dubiosen Geschäfts von den eingeborenen Maori. Anschließend kehrte er nach Frankreich zurück und stellte eine Gruppe französischer und deutscher Familien zusammen, die nach Neuseeland segelte, um dort eine französische Kolonie zu bilden. Krux an der Geschichte ist nur, dass nach seiner Rückkehr nach Neuseeland das Land bereits der britischen Krone unterstellt wurde. Nichts desto trotz liessen sich die Franzosen in Akaroa nieder, was auch den noch heute zu spürenden französischen Flair erklärt.

Abends spielten wir noch eine Runde Arcade-Games auf der Strasse. Super lustig!

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Arkaden, botanischer Garten & Cafes

Melbourne, 24. Februar 2018

Und schon wieder fallen wir etwas (zu) früh aus dem Bett. Da spielt uns doch sicherlich immer noch der Jetlag einen Streich. Egal. Ab zum Frühstücken zu „Faradays Cage“. Wir beschließen, uns heute doch mal in die Höhle des Löwen (downtown) zu begeben und die dortigen historischen Arkaden anzuschauen. Es ist noch vor 10 Uhr und somit haben wir Hoffnung, dass wir den dem Konsum fröhnenden Menschenmassen noch entgehen könn(t)en. Schließlich wollen wir uns die Arkaden rein der Architektur wegen anschauen. Also ab mit der Tram nach Downtown. Und wie durch ein Labyrinth schlendern wir durch kleine Gassen und Hinterhöfe von einer Arkade zur nächsten. Melbournes kleine Gassen waren zunächst nur die Hintereingänge der Bauten auf den Hauptstraßen. Einige wurden später überdacht und nun finden sich hier zahlreiche Geschäfte, kuschelige Jazzclubs, schrille Vinotheken oder charmante Spelunken. Ein Geheimtipp ist dies aber auf keinen Fall mehr. Selbst wenn die meisten Geschäfte noch geschlossen sind, so stehen die Menschen hier vor den super winzigen Cafés und kuriosen Bars bereits Schlange. Wir weichen den Menschenmassen aus und erfreuen uns an Art-Deco-Architektur, nostalgischen und kuriosen Dingen aus Bakelit.

Den verregneten Nachmittag verbringen wir lesend und Tagebuch schreibend im Café in Fitzroy. Sobald die Sonne sich wieder durch die Regenwolken schiebt, wagen wir einen Spaziergang durch den Botanischen Garten. Die grüne Oase wirkt beruhigend in dem Grossstadt-Trubel!

Abends wandern wir durch die Kneipen (u.a. Napier Quarter) und dinieren gemütlich in der Vegie Bar.

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Melbourne, Tag 3

Freitag, 23. Februar 2018

Eigentlich wollten wir ja heute morgen zum Yoga gehen, aber R. wacht mit komischen Schmerzen im Wadel auf. Und nachdem einige Freunde und Familienmitglieder bereits das Vergnügen mit einer Reisethrombose hatten und die Symptome absolut darauf hinwiesen, beschließen wir das Yoga sausen zu lassen und statt dessen der nahe gelegenen Notaufnahme einen Besuch abzustatten.

Wir kommen auch gleich dran und der nette Arzt untersucht den Patienten sehr ausführlich. An der Wade selbst kann der Doktor nichts feststellen. Nichts geschwollen, keine vergrößerten Venen. Dann wird noch Blut abgenommen und ebenfalls sofort untersucht. Innerhalb einer Stunde wird uns mitgeteilt, dass auf keinen Fall eine Thrombose vorläge. Viel wahrscheinlicher sei eine Muskelzerrung, nachdem wir gestern an die 15km in der Hitze Melbournes durch die Gegend gelaufen sind. Sehr erleichtert verlassen wir am frühen Nachmittag das Krankenhaus und machen uns zu Fuss auf nach Carlton. Das ist das italienische Stadtviertel. In der 4-Millionen Metropole Melbourne leben rund 200.000 Italiener. Dementsprechend gross ist “Little Italy’ und zahlreiche Restaurants, Trattorias und Eisdielen säumen die Straßen. Selbstverständlich muss Eisspezialist R. hier gleich das Eis ausprobieren. Im Italo-Spezialitäten Mekka “Brunetti” gibt es Kuchen, Gebäck, Eis, Pizza und Panini in allen erdenklichen Erscheinungsformen. Unglaublich. Ein italienisch-kulinar(r)isches Schlaraffenland! Da setzen sich die Speisen schon vom Hingucken direkt auf die Hüften. Das Eis wird von R. glücklicherweise für “exzellent” befunden und tröstet ein bisschen über die blöden Wadenschmerzen hinweg.

Aber nachdem der Wadel immer noch schmerzt und die Hitze einem zusetzt, beschliessen wir, einen kühlen Nachmittag im gleich neben dem „Brunetti“ liegenden Kino zu verbringen. Eine hervorragende Idee. Klimatisiert und abgekühlt verfolgen wir Annette Bennings und Jamie Bells Liebesgeschichte “Filmstars Don’t Die in Liverpool”.

Wegen Roland-Hinkebein nehmen wir den Bus nach Hause. Auch mal schön, den öffentlichen Verkehr in Melbourne auszuprobieren. Lief auch alles ganz glatt. Zu Hause angekommen, gibt unsere liebe Airbnb-Landlady dem Herrn R. erstmal ein Ice-Pack für sein schmerzendes Bein. Während Roland sein „Eisbein“ hochlegt, versuche ich mich an der Waschmaschine. Denn schließlich geht es am Sonntag schon wieder weiter nach Christchurch, NZ und wir reisen nur mit Handgepäck. Unterwäsche für eine Woche, 2 Hosen (1 kurz, 1 lang) und 3 T-Shirts …. da muss man ab und an waschen. Und bis ich mit der Wäsche fertig bin, ist auch schon wieder der Hunger da. Es geht zur nahe gelegenen Pizzeria mit dem lustigen Namen „LazerPig„, wo wir mal wieder hervorragend speisen.

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Wir schwitzen uns durch Melbourne …

Melbourne, 22. Februar 2018

Die erste Nacht war erholsam – nach ca. 11 Stunden traumlosen (schon lange nicht mehr passiert) Tiefschlaf wachen wir abenteuerlustig so gegen 6 Uhr morgens auf.

Schon morgens liegen die Temperaturen bei ca. 22 Grad Celsius.

Nach einer erfrischenden Dusche ab zum Frühstücken. Gewässert und gefüttert werden wir heute morgen im Cafe “Proud Mary” auf der Rose Street. Bei Bircher Müsli, Toast mit Avocado und pochiertem Ei samt grünem Saft und Kaffee schmieden wir Pläne für den heutigen Tag.

Nachdem es heute wieder sehr heiss werden soll und wir uns erfahrungsgemäß bei extremer Hitze nur sehr langsam fortbewegen, beschliessen wir mit der kostenlosen “City Circle” Tram eine Runde durch die Stadt zu machen, um einen Eindruck von Melbourne zu bekommen.

Von wegen hier gäbe es keine Sehenswürdigkeiten!! Auf unserer Fahrt mit der Tram sehen wir so einiges sehenswertes: das Parlament, viele wunderschöne Parks, Museen, Theater, den Hafen, das Stadion und Downtown. Downtown ist uns allerdings viel zu busy. Hier drängen sich die Menschenmassen sardinendosenartig eng durch die Einkaufsstrassen, in denen es doch auch nur die gleichen Einkaufsketten wie überall auf der Welt gibt. Globalisierung sei Dank! Auf sowas haben wir eigentlich keine Lust. Und einkaufen wollen wir schließlich auch nichts.

Also beschließen wir nach der Rundfahrt mit der Tram in den Croissant-Tempel “Lune Croissanterie” zu gehen und dort bei Kaffee und …. richtig: Croissants (!) … mal nachzulesen, was wir heute noch so anstellen könnten. Laut NY Times soll es hier angeblich die „weltbesten“ Croissants geben. Wir finden die Croissants auch sehr gut, aber ob sie wirklich „die besten“ sind …?

Die Besitzerin des Ladens war ursprünglich Luftfahrt-Ingenieurin und arbeitete jahrelang bei der Formel-1. Bis sie auf den Job keinen Bock mehr hatte. Dann ging sie nach Frankreich, um dort die hohe Kunst des Croissant-Backens zu lernen. Anschließend kehrte sie nach Melbourne zurück und eröffnete den inzwischen (etwas gehypten) Laden „Lune“. Spannend ist der etwas James-Bond futuristische Hipster-Laden auf jeden Fall. Wie beim Juwellier werden die Croissants auf einer Theke präsentiert (im Foto links) und man kann sich sein Gusto-Stückerl aussuchen. In der Mitte des Ladens befindest sich ein klimatisierter Glaskasten, in dem die fleissigen Bäckerinnen die gebutterten und gewalkten Teigstücke in Croissants und Cronuts verwandeln.

Inzwischen ist es schon etwas nach Mittag und die Sonne knallt auf unsere (derzeit noch an winterliche Temperaturen gewöhnten) Köpfe. “A propopos Köpfe”, denken wir uns so … Roland wollte ja eh zum Friseur. Gedacht, getan. Erst wird der Roland geschoren und danach belohnt er sich mit Espresso und Eis bei “Messina” auf der Smith Street in Fitzroy.

Nach einem weiteren ausgedehnten Spaziergang durch diverse Parks und andere Stadtviertel, läuten wir den frühen Abend mit einigen anderen Australiern in einer Eckkneipe bei einem kalten Bier ein.

Auch der zweite Urlaubstag kommt mir “relativ faul verbracht” vor, obwohl wir doch sehr viel (laut Fitbit 12km) gelaufen sind und viel gesehen haben.

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Wenn einer eine Reise tut …

Lange Anreise: am 19. Februar stiegen wir um 12 Uhr mittags in den BoltBus, welcher uns von Bellingham über die Grenze nach Vancouver Downtown brachte. Von dort ging es mit der S-Bahn weiter zum Flughafen Vancouver. Unser Flug von Vancouver nach Auckland, Neuseeland brauchte knappe 14 Stunden und nach einem 3-einhalb stündigen Aufenthalt in Auckland ging es weiter nach Melbourne, Australien – weitere 3-einhalb Stunden Flug. Ankunft in Melbourne um 8:30 morgens, Februar 21, 2018. Den 20. Februar haben wir durch unsere Fliegerei über die Datumsgrenze also komplett verpasst.

Wir wohnen hier in einem kuschligen kleinen Zimmer im Stadtteil Fitzroy. Wie unsere Vermieterin Ramona erklärte, gäbe es in Melbourne keine großartigen Sehenswürdigkeiten. Wir sollten die verschiedenen Stadtteile einfach zu Fuss und mit der Tram erkunden. Am besten mit möglichst vielen Kaffeepausen in den zahlreichen Cafes 🙂 Das dürfte bei uns beiden Kaffeetanten also wirklich kein Problem sein!

Auch wenn wir nach unserer Ankunft wirklich sehr müde sind, so können wir uns doch nicht mittags schon schlafen legen – also schnell geduscht, frische Klamotten angezogen und die Nachbarschaft erkunden. Fitzroy gefällt uns. Alte Architektur trifft gnadenlos auf neue Wohnblöcke. Man sieht viel Backstein und auch viel Wellblech. Fitzroy scheint jung und trendig zu sein. Viele Pubs, Cafes und Boutiquen (auch eine Menge veganer Klamottenläden). Zu unserer großen Freude entdecken wir einen veganen Supermarkt, bei dem wir uns gleich eine Sonnencreme gönnen. Denn auch wenn es (bei dennoch fast 30 Grad) sehr bewölkt ist, so darf man die australische Sonne nicht unterschätzen. Der vegane Supermarkt führt lustigerweise hauptsächlich Produkte aus Deutschland und Nordamerika – insofern kamen uns einige Dinge doch sehr bekannt vor. Wie uns der freundliche Mann hinter der Kasse erklärte, sei Veganismus in Australien seit einigen Jahren auf dem Vormarsch. Da es aber noch wenige einige im Land produzierte Produkte gäbe, würde man den Großteil aus Europa und Nordamerika importieren, was sich bis jetzt leider auch im Preis widerspiegeln würde. Uns egal – solange keine Tiere bei der Herstellung leiden oder ihr Leben lassen mussten. Und wir können schon jetzt sagen, dass wir mit der veganen Sonnencreme sehr happy sind. Denn im Vergleich zu herkömmlichen Cremes klebt diese nicht und brennt auch nicht, sollte sie einem mit etwas Schweiß vermischt mal ins Auge laufen. Super!

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Auch wenn wir an unserem ersten Tag auf der anderen Seite der Weltkugel bereits um 19 Uhr todmüde ins Bett fielen, so gefällt uns Melbourne auf den ersten Blick sehr. Wir erkunden weiter und werden berichten.

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Sundance 2018

Dies war mein 8. Sundance Jahr. Und ich glaube, in noch keinem Jahr zuvor habe ich so viele gute Filme gesehen wie dieses Jahr. Natürlich würde ich mir wünschen, dass auch Ihr diese Filme bald im Kino oder über einen Streaming Service (Amazon, Netflix etc.) anschauen könnt. Also, legen wir mal wieder mit der alljährlichen Auflistung los – wie immer mit einer Kurzbeschreibung und dem Trailer (falls vorhanden):

1. What They Had

Fantastisches Erstlingswerk Elizabeth Chomko. Die Story dreht sich um ein Geschwisterpaar (Hilary Swank & Michael Shannon), welches sich – gemeinsam mit dem Vater (wie immer fantastisch: Robert Forster) – um die Zukunft der Alzheimer-erkrankten Mutter (Blythe Danner) sorgt.
(Voraussichtlicher Erscheinungstermin: 16. März 2017)
Fazit: Unbedingt anschauen

2. Butterflies
Drei entfremdete Geschwister machen sich gemeinsam auf dem Weg in das Dorf ihres  verstorbenen Vaters, um ihm dort die letzte Ehre zu erweisen. Dies wird nicht nur eine Reise zu dem Vater, sondern auch eine Reise zu sich selbst.
Dies war für mich persönlich einer der schwächsten Filme des diesjährigen Festivals. Umso erstaunter war ich, als ich erfuhr, dass „Butterflies“ den Grand Jury Prize gewann.
Fazit: Zeitverschwendung!

3. And Breathe Normally (orig. Andið eðlilega)
Fantastischer Film der Isländerin Isold Uggadottir:
Das Leben zweier Frauen kreuzt sich aufgrund unvorhergesehener Umstände. Zwischen der überforderten isländischen Mutter Lare und der asylsuchenden Adja aus Guinea-Bissau entsteht ungewollt eine zarte Verbindung, während beide Frauen strategisch versuchen, ihr Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken.
Fazit: Absolut sehenswert!

4. Damsel 
Neben „Butterflies“ war leider auch „Damsel“ eine absolute Enttäuschung. Die Story spielt im Wilden Westen. Der Geschäftsmann Samuel (Robert Pattinson) begibt sich auf die Suche nach seiner vermeintlich entführten Verlobten (Mia Wasikowska). Doch die Suche entwickelt sich zu einem Fiasko. Der Film ist absoluter Quatsch und verliert spätestens nach dem Ableben Samuels jegliches humoristische Element.
Fazit: Au weia!

5. Burden 
Klu Klux Klansman, Mike Burden, eröffnet mit seinem Klan das KKK-Museum in Laurens, South Carolina. Als Mike sich in eine alleinerziehende Mutter verliebt, verlässt er aufgrund ihres Einflusses den Klu Klux Klan. Aber so leicht, lassen diese keines ihrer Mitglieder gehen. Der ortsansässige afroamerikanische Referend Kennedy kommt zur Hilfe.
Director Andrew Heckler arbeitete seit 1996 an der Umsetzung dieser wahren Geschichte. Ein  beeindruckender Film, der uns wieder mal eine Spiegel vor Augen hält, dass man Hass nicht mit Hass, sondern nur mit Liebe bekämpfen kann.
Fazit: Unbedingt anschauen!!
Noch mehr Infos: Andrew Heckler über „Burden“

6. Puzzle 
Agnes wird von ihrer Familie als selbstverständlich gesehen. Mitweilen sogar übersehen. Sie entwickelt eine Leidenschaft für Puzzles – welche unvorhergesehen eine neue Welt für sie öffnet. Ihr Leben gerät aus den Bahnen und auf einmal bieten sich ihr ungeahnte Möglichkeiten.
Wunderbar, charmante Familiengeschichte mit der bezaubernden Kelly Macdonald!
Fazit: Großartig! Unbedingt anschauen!

7. I Think We’re Alone Now
Post-Apokalyptisches Drama. In einer Kleinstadt gibt es nur einen Überlebenden der Apokalypse. Bibliothekar Del scheint sich mit der neuen Situation in der neuen, einsamen Welt gut zurechtzufinden. Bis auf einmal Grace vor ihm steht …. und er sein Leben und seine Ansichten neu überdenken muss.
Fazit: Unbedingt anschauen
Noch mehr Infos: Ellen Fanning & Peter Dinklage über „I Think We’re Alone Now“

8. The Catcher Was a Spy
Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten: Eigentlich spielt Moe Berg in der Major League Baseball, doch nachdem die USA nach dem Angriff auf Pearl Harbor in den Zweiten Weltkrieg einsteigen, beginnt er ein Doppelleben zu führen. Er soll für das Office of Strategic Services, den Nachrichtendienst des Kriegsministeriums der Vereinigten Staaten, verschiedene Aufträge erledigen. Samuel Goudsmit hat die Insiderinformation erhalten, dass sein ehemaliger Kollege Werner Heisenberg, der 1932 den Nobelpreis für die bahnbrechende Quantenphysik erhielt, jetzt für die Versuche der Nazis verantwortlich ist, eine Atombombe zu bauen, wie die USA im Rahmen ihres Manhattan-Projekts. Die Agenten werden erst nach Italien und dann in die Schweiz geschmuggelt, wo sie versuchen herauszufinden, ob Heisenberg in der Nähe dieses Ziels ist.
Unterhaltsamer, kurzweiliger Film. Für meinen Geschmack jedoch zu poliert und etwas fade.
Fazit: anschauen, wenn gerade nichts anderes zu tun ist

9. The Kindergarden Teacher
Remake des gleichnamigen israelischen Films aus dem Jahr 1995. Kindergärtnerin Lisa (Maggie Gyllenhaal) entdeckt, dass einer ihrer 5-jährigen Schützlinge eine besondere Gabe hat. Er ist ein begabter Poet! Gegen den Widerstand der Eltern versucht sie, dieses Talent zu bewahren und zu fördern. Mit dramatischen Folgen.
Eine bewegende Geschichte.
Fazit: sehenswert.

10. Un Traductor
Dieses Drama  beruht auf wahren Begebenheiten und spielt in Havanna/Kuba im Jahre 1989. Ein Professor für Russische Literatur an der Universität in Havana wird von seinem üblichen Job abgezogen und soll zukünftig nun im örtlichen Krankenhaus als Übersetzer für russische krebskranke Kinder der Chernobyl-Katastrope (welche zur medizinischen Behandlung nach Kuba geschickt wurden) fungieren. Emotionale Grenzen, Umgang mit Krankheit und Tod und Familiendrama. Der Film bietet all dies auf eine sehr ruhige und einfühlsame Art. Der Film wurde von den beiden Söhnen des „Traductors“ Rodrigo und  Sebastián Barriuso basierend auf den Erinnerungen der Eltern produziert!
Fazit: Absolut sehenswert
Und hier endlich mal ein Filmausschnitt

11. Lizzie
Psychothriller, basierend auf den berüchtigten Morden der Familie Borden im Jahre 1892. Ich persönlich war mit dieser Geschichte nicht vertraut – hier in USA scheint sie jedoch jedes Kind zu kennen. Deswegen hier eine kurze Zusammenfassung:
Lizzie Borden war eine US-Amerikanerin, die des Mordes an ihrem Vater und ihrer Stiefmutter verdächtigt und danach freigesprochen wurde. Die Umstände der Verhandlung und der Urteilsspruch erweckten große mediale Aufmerksamkeit. Der tatsächliche Tathergang ist bis heute nicht vollständig geklärt. Zum Zeitpunkt des Mordes waren nur das Dienstmädchen Bridget Sullivan und Lizzie Borden auf dem Anwesen. Sullivan gab bei der Polizei an, dass sie zum Tatzeitpunkt in ihrem Zimmer geschlafen habe, weil sie sich unwohl fühlte. Auch schien sie keinen Grund gehabt zu haben, ihre Arbeitgeber zu ermorden. Lizzie Borden, damals 32 Jahre alt und unverheiratet, hatte hingegen ein Motiv, und ihre Aussagen waren zum Teil widersprüchlich. Sie gab an, zum Todeszeitpunkt ihrer Stiefmutter im Erdgeschoss gewesen zu sein und nichts Außergewöhnliches gehört zu haben. Als ihr Vater getötet wurde, war sie laut ihren Angaben in der Scheune der Familie Borden. Ihr zweites Alibi konnte jedoch von der Polizei widerlegt werden. Man stellte fest, dass die Scheune sehr staubig war und jeder, der sie betrat, Spuren hinterlassen haben müsste. Außer den Spuren der Polizeibeamten, die die Scheune untersuchten, waren jedoch keine weiteren zu finden.
Fazit: hier scheiden sich die Geister. Ich fand den Film sehr langweilig. Hingegen fanden meine Sundance-Kumpels den Film absolut super! Also, am besten selbst anschauen und eine Meinung bilden 🙂
Chloe Sevigny über Lizzie Borden 

12. Kusama – Infinity
Dokumentation über die japanische Künstlerin Yayoi Kusama. Kusama ist eine der bedeutendsten japanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Die Doku zeigt sehr anschaulich, auf welche Schwierigkeiten Kusama in der von Männern beherrschten Kunstszene stieß und wie sich schlussendlich spät im Leben doch noch die  Anerkennung fand, die sie so sehr verdient.
Tolle Doku – egal, ob man mit Kusamas Leben und Wirken schon vertraut war oder nicht!
Fazit: Absolut sehenswert
Einen Trailer habe ich leider nicht gefunden. Dafür dieses schöne Video, das einem Yayoi Kusama selbst und ihre Kunst ein wenig näherbringt.

13. Don’t Worry He Won’t Get Too Far On Foot
Eine Produktion der Amazon Studios. Gus Van Sants Film basiert auf der Autobiografie des Zeichners John Callahan. John Callahan hat ein Talent für schlüpfrige Witze und ein Alkoholproblem. Durch einen Autounfall landet er im Rollstuhl, dennoch findet er Schönheit und Komik in der Absurdität dieser menschlichen Erfahrung. Joaquin Phoenix und Jonah Hill überzeugen in ihren Rollen. Dennoch hat mich der Film recht unberührt gelassen.

Der Film feierte am 19. Januar 2018 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Premiere. Im Februar 2018 soll Van Sants Regiearbeit im Wettbewerb der 68. Berlinale gezeigt werden.

Fazit: Da von Amazon produziert, kann man diesen Film sicherlich bald streamen. Gefühlte 20 Minuten zu lang, aber okay, wenn man nichts anderes zu tun hat.
Und hier der Trailer!

14. Wildlife
Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Richard Ford und gleichzeitig das Regiedebüt von Paul Dano. Worum geht’s? Der 14-jährige Joe Brinson zieht 1960 mit seiner Familie nach Great Falls in Montana, wo sie sich ein besseres Leben versprechen und ein einfaches Backsteinhaus bewohnen. Sein Vater Jerry arbeitet auf einem Golfplatz, wird aber schnell gefeuert, weil er unangemessen freundlich zu den Kunden war, und wird zu einem selbstmitleidigen Alkoholiker. Joe muss nicht nur seinen Vater auf der Couch sitzen sehen, auch bei dem ehelichen Zusammenbruch seiner Eltern muss er zusehen. Als Jerry plötzlich verkündet, dass er sich wie die meisten anderen Männern in Great Falls zu den nahegelegenen Bergen begeben will, wo ein riesiger Waldbrand wütet, dessen Rauch sich langsam in der Stadt niederlässt, ist sein Frau Jeanette enttäuscht. Arbeitslose erhalten einen Dollar pro Stunde, wenn sie helfen gegen das Feuer zu kämpfen, und Jerry hüpft auf einen Lastwagen und lässt Jeanette und Joe allein zurück, ohne zu wissen, ob er jemals zurückkehren wird. Fortan spricht sie mit ihrem Sohn in einer Weise über ihre Sorgen und Gefühle, die, obwohl Joe für sein Alter recht reif ist, nichts für einen 14-Jährigen sind. Jeanette nimmt einen Teilzeitjob als Schwimmlehrerin für den alten, wohlhabenden Warren Miller an, dem Autohändler der Stadt. Miller ist geschieden, und Jeanette nimmt seine Einladung zum Abendessen an und schleppt Joe mit sich. Jeanette braucht jemanden, der für sie sorgt, und redet sich ein, sich zu Miller hingezogen zu fühlen. Joe muss mitansehen, wie seine Mutter mit ihm eine Beziehung beginnt.
Fazit: 
* unglaublich langweilig
* Der Zuschauer erhält keinerlei Erklärungen, weshalb die Protagonisten so handeln. Es fehlt jegliche Charakterentwicklung und -tiefe
* Schade, Paul Dano!

15. A Polar Year (Une année polaire)
Eine mit Drehbuchvorlage präsentierte Dokumentation über den jungen, dänischen Lehrer Anders, der sich ein ein abgelegenes 80-Seelen-Dorf nach Grönland versetzen lässt. Doch schon kurz nach seiner Ankunft, merkt er, dass er in dieser eng miteinander verbundenen Inuit-Gemeinde nur schwer Anschluss finden wird. Ungeschickt – aber dennoch spielerisch – versucht Anders sich auf das dortige Leben einzulassen, seine eurozentrischen Vorurteile und Annahmen abzuschütteln und die verschneite Lebensweise annehmen.
Fazit: Super! Absolut sehenswert! Regt zum Nachdenken über eigene Wertvorstellungen an!
Hier der Trailer!

16. Hearts Beat Loud
Nettes musikalisches Drama mit Nick Offerman, Kiersey Clemons und Toni Collette. Der musikbegeisterte Plattenladenbesitzer Frank und seine Tochter Sam schreiben und produzieren einige Songs, bevor Sam die Familie verlässt und sich auf den Weg ins College macht. Der Film wurde wohl von Sony gekauft und ist sicherlich bald zu sehen.
Fazit: Nett. Unterhaltsam. Besonders gefallen haben mir die Szenen, in denen Frank und Sam zusammen an ihren Songs arbeiten.

17. The Sentence (Das Urteil)
Dokumentation: Cindy Shank, Mutter von drei Kindern, verbüßt ​​wegen ihrer Beziehung zu einem mit Drogen handelnden Mann eine 15-jährige Haftstrafe im Bundesgefängnis. Cindy war nie selbst in irgendwelche kriminelle Machenschaften verwickelt. Sie hatte lediglich eine Beziehung mit diesem Mann. Der Drogendealer wurde ermordet und Cindy 6 Jahre später wegen „Verschwörung“ zu 15 Jahren Haft verurteilt. Inzwischen ist Cindy jedoch verheiratet und hat drei kleine Kinder …
Dieses intime Porträt, das von Cindys Bruder im Laufe der letzten 10 Jahren per Videokamera aufgenommen wurde (eigentlich wollte dieser nur vereinzelte Videoaufnahmen für die im Gefängnis einsitzende Schwester machen. Damit diese sehen kann, wie ihre Mädchen aufwachsen), berührt und führt einem die Schwachstellen des amerikanischen Rechtssystems und deren verheerende Konsequenzen vor Augen. Die Doku wurde von HBO gekauft und ist sicherlich bald zu sehen.
Fazit: Taschentücher bereithalten!