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Ei Ei Ei

PhotoCredit: C. Vlaicu

Wer freut sich nicht über ein weiches Ei zum Frühstück? Nur manchmal ist die Enttäuschung groß – dann, wenn das Ei hart ist. Ich persönlich stelle ja immer den Timer, sobald ich das Ei ins Wasser gebe. Herr R. hingegen kocht die Eier „so nach Gefühl“. Jedoch muss ich immer lachen, wenn er sagt: „Ich brauch keinen Timer, um ein hartes Ei zu kochen“! Wie wahr! :))
Nachdem wir letztens wieder mal über den Sinn und Unsinn des (getimten) weichen Eis witzelten, fiel uns diese wunderbare „Szene einer Ehe“ des unvergessenen Loriots ein.
In diesem Sinne: Genießt Euer Frühstück.

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Unser lustiges Tierleben

Bei uns im Garten tut sich was. Nachts hören wir nicht nur die Eulen rufen, sondern es ab und zu auch in den Rhododendren rascheln. Aber schaut selbst, wer uns da besucht hat:

Nächtlicher Waschbären-Besuch

Zum Glück ist dieser Waschbär nur auf der Durchreise und nicht in der Nähe eingezogen. Waschbären wohnen gerne mit der ganzen Großfamilie zusammen und können wirklich Radau veranstalten und erheblichen Schaden anrichten.

Unter Tags sehen wir des öfteren die Rehe unter den Bäumen und Büschen chillen und ganz besonders goldig sind derzeit die Rehkitze, die durch den Garten spazieren und nebenbei jeden neuen zarten, grünen Trieb auffressen, den sie finden können.

Seit einigen Wochen sorgen auch die Kolibris für riesige Aufregung an den Futterstationen (die wir direkt vor dem Fenster aufgehängt haben). Video folgt.

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Bücherei (in Covid-Zeiten)

Wie die meisten von Euch vielleicht wissen, lesen wir gerne und viel. Dennoch versuchen wir seit einigen Jahren keine neuen Bücher zu kaufen. Hauptsächlich aus dem Grund, weil wir uns nicht mehr mit Büchern „belasten“ wollen. Öfter als einmal liest man es selten. Und wir ziehen einfach viel zu oft um. In den letzten 25 Jahren sind wir im Schnitt alle drei Jahre umgezogen. Da wird einem beim Kisten packen oft bewusst, wie viele Bücher man hat, die man vielleicht liebt, aber doch nie wieder lesen wird. Versteht mich nicht falsch: ich LIEBE Bücher! Und es fiel (und fällt mir immer noch) mir sehr, sehr schwer mich von meinen Büchern zu trennen. Aber so ist es nun mal. Wenn man einen etwas nomadischen Lebensstil hat, dann ist eine umfangreiche, persönliche Bibliothek einfach nicht drin. Jedes Jahr sitze ich vor meinem inzwischen schon sehr geschrumpften Bücherregal und nehme jedes Buch in die Hand und frage mich: „Werde ich das nochmal lesen? Und wenn nicht, warum will ich es dann behalten? Welchen emotionalen Wert hat das Buch für mich?“ Kann ich diese Fragen für mich nicht zufriedenstellend beantworten, wird das Buch aussortiert – ganz nach dem Motto: „Was nicht glücklich macht, kann weg!“

Insofern ist die Bücherei inzwischen unser wichtigster „Bücher-Dealer“. Die Benutzung der Bücherei ist in den USA kostenfrei, das digitale Angebot an Büchern (d.h. ausgeliehene Bücher direkt auf den digitalen Reader laden oder mit der Bücherei-App „Libby“ lesen) und Hörbüchern ist riesig. Selbst Filme können nicht nur auf DVD ausgeliehen, sondern auch über „Kanopy“ angeschaut werden. „Kanopy“ ist eine On-Demand-Streaming-Videoplattform für öffentliche Bibliotheken und Universitäten. Pro Monat kann man 10 Filme anschauen.
Und dann gibt es noch eine Unmenge an anderen digitalen, kostenfreien Angeboten, wie z.B. „Creativebug“. Hier werden Online-Workshops und Techniken für Kunsthandwerk angeboten. Es gibt Unmengen an Videos zu Themen wie Zeichnen, Stricken, Nähen, Siebdruck etc. Des Weiteren gibt es kostenlose Online-Sprachkurse und eine umfangreiche, digitale Zeitungs- und Zeitschriftenbibliothek. Sogar das deutschsprachige Angebot an Zeitschriften ist nicht zu verachten. So kann ich auch über die Bücherei in Bellingham monatlich kostenlos meine geliebte Eskapismus-Zeitschrift „Flow“ lesen 🙂

Falls man mal ein Buch ausleihen will, was die Bücherei noch nicht in ihrem Bestand hat, so kann man dieses Buch online bestellen. Die Bücherei kauft anschließend das Buch und dieses ist dann normalerweise innerhalb der nächsten 7 Tage ausleih-bereit. Monatlich darf man bis zu 20 Neubestellungen machen. Das ist doch mal ein Service.

Und auch in Corona-Zeiten begeistert der Service der hiesigen Bücherei: Seit dem 15. Juni hat die Bücherei wieder geöffnet – allerdings sehr eingeschränkt: Die Präsenzbücherei selbst (also, das Gebäude) ist für die Öffentlichkeit noch nicht zugänglich. Aber man kann online Bücher, DVDs und Audiobooks bestellen und diese werden dann nach telefonischer Terminvereinbarung vor der Bücherei zur Abholung bereitgestellt. Die Bücher, die man wieder zurückgeben will, legt man bei dieser Gelegenheit einfach in die dafür bereitgestellte Kiste. Das funktioniert alles wunderbar und reibungslos – es wird nix geklaut und die Bibliothekare winken einem beim Bücher abholen auch noch sehr lieb aus der Bücherei zu :))

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Neue, restriktive Wirklichkeit

Photo Credit: Angelika Schilli

Nachdem die „Stay at home“-Order ein wenig gelockert wurde, wagten wir uns letzte Woche wieder etwas mehr raus. Es ist schön zu sehen, dass die Mehrheit der Menschen hier sehr vernünftig die Maskenpflicht und die Abstandsregeln einhalten. Zudem sind auch die Geschäfte sehr konsequent: No Mask, No Entry (keine Maske, kein Zutritt).

Auch der Wochenmarkt hat seit einigen Wochen wieder seinen Betrieb aufgenommen. Vor Corona war der Markt mit musikalischer Unterhaltung, Food Trucks, Kunsthandwerk und vielen anderen Attraktionen unser samstäglicher Treffpunkt mit Freunden. Diese Zeiten sind jetzt erstmal vorbei. Die Markthalle ist leer, die Händler haben ihre Stände mit Abstand im Freien aufgebaut. Food Trucks und Musiker sind verschwunden. Schade. Und etwas traurig. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir den Wochenmarkt irgendwann wieder wie noch vor ein paar Jahren erleben dürfen: schaut hier.

In diesem Sinne: Maske tragen. Respekt und Verantwortungsbewusstsein zeigen, die neue, restriktive Wirklichkeit annehmen wie sie ist und trotzdem das schöne Wetter genießen!
[„Don’t wear a face mask in the grocery store because the governor told you to, wear it out of respect for that young woman at the checkout counter. Wear one out of respect for the employees who keep the shelves stocked. Where would things be right now if, along with most other businesses, grocery stores were considered “non-essential” and were closed down?„]

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Unruhige Zeiten

Nach 83 Tagen Lockdown und Stay-At–Home-Order nimmt auch hier das Leben langsam wieder Fahrt auf. Ab heute dürfen die Geschäfte (wie Friseure, Schreibwarenladen etc.) wieder öffnen – wenn auch eingeschränkt. Restaurants dürfen mit 50% Kapazität den Betrieb wieder aufnehmen. Auch darf man sich ab heute mit fünf Leuten treffen, die nicht im gleichen Haushalt wohnen. Wir sehen also ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Nichts desto trotz werden wir auch weiterhin aufmerksam sein und in regelmäßigen Abständen einen Blick auf das „Covid-19–Dashboard“ unseres Landkreises werfen.

Aber leider wird unser Alltag gerade nicht nur durch Corona geprägt. Die Unruhen nach dem Polizistenmord an George Floyd dauern an und Donald Trump agitiert auf seine ganz eigene Art. Deswegen möchte ich Euch an dieser Stelle zwei Podcasts empfehlen, die meine Gedanken und Gefühle zu diesem Thema sehr gut in Worte fassen:
* In der Sonderfolge „Die rassistischen Staaten von Amerika“ des Podcasts „OK, America?“ sprechen Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer über die Gründe, Polizeigewalt und Rassismus als Amerikas Trauma.
* Im Podcast „Das Politikteil“ (ebenfalls von der ZEIT) sprechen die Moderatoren Heinrich Wefing und Tina Hildebrandt in der Folge „Droht in den USA ein Bürgerkrieg?“ mit Kerstin Kohlenberg, US-Korrespondentin der ZEIT, die seit sechs Jahren in New York lebt und beschäftigen sich mit Fragen wie „woher kommt diese Eskalation gerade jetzt? Welche Rolle spielen Rassismus und Ungleichheit in einem Land, das seit vierhundert Jahren die Folgen der Sklaverei verdrängt? Und wie wirken sich die Unruhen auf die Wahlen im Herbst und die Politik aus?“.

Auch in unserem übersichtlichen Ort gehen die Menschen für Anti-Rassismus auf die Straße. An der Stadtbibliothek legten die Menschen zum Gedenken an George Floyd Blumen nieder und am Wochenende versammelten sich an die 5.000 Menschen downtown zu einer friedlichen Demo gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Photo Credit: Dexter Cat
Photo Credit: Maen HoffCoffi on Reddit

In diesem Sinne: In a racist society it is not enough to be non-racist. We must be anti-racist. (Angela Davis)

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Stille

Stay at Home: Tag 70! Wir beklagen uns nicht – denn im Vergleich zu vielen anderen Menschen können wir problemlos das Haus verlassen, wenn wir einkaufen oder spazieren gehen wollen. Einkaufen steht höchstens alle 7-9 Tage an, spazierengehen jedoch täglich (wenn das Wetter es zulässt). Am liebsten sind uns lange, einsame Spaziergänge ohne auf andere Menschen zu treffen (denn dann kann auch der Mundschutz in der Jackentasche bleiben).

Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb Menschen sich beim Wandern laut unterhalten müssen oder ihre Ohren mit Ohrhörern und Musik verstopfen. Die Stille im Wald ist doch einfach unschlagbar erholsam und wohltuend. Auf unserem letzten Spaziergang musste ich an den (etwas durchgeknallten und durchaus unterhaltsamen) spirituellen Autor Eckhart Tolle denken: „Wann immer um dich herum Stille herrscht, solltest du darauf lauschen. Ihr Aufmerksamkeit schenken. Auf die äußere Stille zu lauschen, eröffnet dir die Dimension der Stille in dir selbst, denn nur durch die innere Stille kannst du der äußeren Stille gewahr werden„. – Eckhart Tolle

Hört Euch hier mal den lustigen Schrei des „Red Winged Blackbird“ (auf deutsch „Rotflügelstärling“) an:

In diesem Sinne: Öfter mal rausgehen und ganz bewusst die Ruhe (oder den Gesang der Vögel) geniessen!

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Unser persönliches Corona-Update

Nun sind wir seit dem 13. März zu Hause. Kontaktsperre. Stay at Home Order. Für uns persönlich hat sich nicht allzu viel geändert. Ich arbeite ja eh von zu Hause aus. Kinder sind auch nicht vorhanden und somit weder zu beschulen noch zu bespaßen.

Natürlich verfolgen wir täglich aufmerksam die Nachrichten: national sowie international. Zu unserem täglichen Programm gehören die Podcasts:
* „The Daily“ von der New York Times (US),
* „Today in Focus“ von The Guardian (UK),
* „Auf den Punkt“ von der SZ,
* „Was Jetzt?“ von der ZEIT (teilweise sehr schwach – im Vergleich zu den vorher genannten Podcasts),
* „Acht Milliarden – der Auslands-Podcast“ vom SPIEGEL
und natürlich
* „Das Corona Update mit Christian Drosten“ vom NDR.
Selbstverständlich lesen wir auch aufmerksam die Online-Publikationen der oben genannten Zeitungen. Bei diesem Informationspensum fällt es mir ein wenig schwer, meine wöchentliche DIE ZEIT von vorne bis hinten durchzulesen. Für Belletristik und andere eskapistische Literatur bleibt da gerade leider wenig Zeit. Auch wie in meinem vorherigen Post erwähnt, will ich gar nicht auf nationale/internationale Politik eingehen. Nur soviel: der Governor von Washington State Jay Inslee meistert diese Krise im Rahmen seiner Möglichkeiten (und mit viel Gegendruck aus Washington) zielgerichtet, transparent und bravurös.

Wir wohnen ja ziemlich weit ab vom Schuss. Zum nächsten Supermarkt sind es knappe 15km. Wir fahren maximal alle 7 oder 9 Tage zum Einkaufen. Viel braucht man zu zweit (und wenn man nur 2x am Tag isst) eh nicht. Nachmittags (nach getaner Arbeit und einem Kopf voller Nachrichten aus aller Welt) gehen wir meistens lange im Wald spazieren – schließlich wohnen wir ja praktisch ein einem.
Auch erkunden wir gerade bis dahin unbekanntes Terrain: den Golfplatz. Der Golfplatz liegt ja mehr oder weniger direkt vor unserer Haustür. Bis jetzt war das Betreten jedoch ausschließlich den Golfern erlaubt. Aber in Zeiten Coronas müssen die Golfer zu Hause bleiben und die Spaziergänger und Jogger erobern dieses herrliche Stückchen Natur am Lake Whatcom.

Sollte das Wetter nicht mitspielen, so machen wir zu Hause Yoga. Das jahrelange Yoga-Studium mit großartigen Lehrern aus aller Welt hat sich gelohnt – wir können beide unabhängig voneinander locker eine 60-minütige Sequenz hinlegen, die uns am nächsten Tag einen mächtigen Muskelkater beschert. Das macht uns – ehrlich gesagt … ziemlich happy!

Was stellen wir noch so an?
Mitte März haben mich meine Freunde mit einer netten Geburtstagsparty überrascht – dieses Jahr virtuell via Facetime. Das war sehr, sehr nett und natürlich auch ein wenig traurig, weil wir nicht zusammen sein konnten. Seitdem treffen wir uns jeden Freitag Abend via Videokonferenz, halten uns gegenseitig auf dem Laufenden, lachen und trösten uns und spielen sogar eine ziemlich abgefahrene Version der Montagsmaler namens „Drawful“ zusammen.

Auch kulturell bleiben wir auf dem Laufenden. Dank lieber Freunde zu Hause haben wir uns vor Kurzem aus der Kammer 4 der Münchner Kammerspiele das Stück „These Teens Will Save the Future“ angeschaut und anschließend eine sehr spannende und lustige Diskussion via Skype geführt. Kommende Woche steht „Die Schande Europas“ (ebenfalls Kammer 4 der Münchner Kammerspiele) auf dem Programm. Es sprechen der Regisseur Milo Rau und Jean Ziegler live über dessen aktuelles Buch „Die Schande Europas“ und die aktuelle Lage in den Flüchtlingslagern an Europas Außengrenzen, die sich durch die globale Pandemie deutlich verschärft hat.

Das hiesige Programmkino „The Pickford“ kämpft in diesen Tagen auch ums Überleben. Pickfords „virtueller Kinosaal“ bietet derzeit ein tolles Programm an – so können wir unser heiss geliebtes Kino wenigstens aus der Ferne unterstützen. Toll war der Film „Fantastic Fungi“ mit anschließender Q&A mit dem Regisseur und anderen Menschen, die an dieser Doku mitgearbeitet haben.

Seit dem 17. März bin ich fleissig am nähen von „Face Masks“. An dieser Stelle frage ich mich immer: wie ist der Plural von „Mundschutz“? Ich habe sehr lustige Antworten von einigen von Euch bekommen: Mundschutzies, Mundschützer, Maultaschen uvm..
Bis jetzt habe ich an die 50 Masken genäht und verschenkt und gespendet. Ich bin wirklich kein Profi an der Nähmaschine, aber das Nähen dieser Masken ist wirklich einfach!

Thema Einkaufen: das empfinden wir auch als ungewöhnlich entspannt.
Damit das „social distancing“ eingehalten wird, werden immer nur 25-50 Leute (je nach Größe des Supermarkts) in den Laden gelassen. Die Wartenden stehen brav vor dem Supermarkt in einer langen Schlange – den 6 feet (2 Meter) Sicherheitsabstand einhaltend.

Herr R. und ich in der Schlange vorm Supermarkt

Seitdem die Grenzen von und zu Kanada geschlossen sind und die Kanadier nicht zum Einkaufen kommen, sind die Regale auch nicht mehr komplett leergeräumt. Klopapier ist wieder verfügbar. Die neue Mangelware ist nun Mehl. Anscheinend sind nun alle unter die Bäcker gegangen. An den Laternenpfählen in San Francisco findet man sogar Sauerteigstarter zum Mitnehmen. Das ist sogar Schlagzeilen wert:

Kostenloser Sauerteig Ansatz in SF
(pic by Mike & Angelika Schilli)

Wir haben ja schon vor Corona unser Brot selbst gebacken. Mehr dazu vielleicht in einem zukünftigen Blogpost.

Damit diese Tage der Selbstisolation nicht nur so an uns vorbei rauschen, wollte ich dies ein wenig besser für uns visualisieren. Deshalb falten wir für jeden Tag „Stay at Home“ (Kontaktsperre) einen Kranich und hängen diesen an einem Nylonfaden in unser Fenster. Inzwischen haben wir 30 Stück im Fenster hängen – und es werden sicherlich noch mehr werden.

In diesem Sinne: Stay at home, stay patient, stay healthy & kind

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Sendepause

Aufgrund des Coronaviruses und den damit verbundenen Reiseeinschränkungen bleiben auch wir erstmal zu Hause. Absolut in Ordnung. Ich will an dieser Stelle auch auch gar nicht auf Dinge wie Händewaschen, Hamsterkäufe, politische Entscheidungen, Eigenverantwortung etc. eingehen.

Also, was passiert hier gerade bei uns? Nicht besonders viel. Nachdem Washington State seit gestern zum Risikogebiet erklärt wurde, sind nun auch bei uns die Schulen für sechs Wochen geschlossen, ebenso mussten (ausser Apotheken und Supermärkten) alle Geschäfte und Kneipen schließen. Wirtschaften dürfen nur noch Take-Out anbieten. „Social Distancing“ ist das Zauberwort. Wer kann, arbeitet von zu Hause aus, die anderen Menschen müssen leider den Verdienstausfall in Kauf nehmen.

Und nachdem der Frühling langsam im Anmarsch ist, nutzen wir die sonnigen Nachmittage zum Wandern. Das macht den Kopf frei … für die nächsten Grusel-Nachrichten …

Wer sich inzwischen im Dschungel der „Nachrichten“ nicht mehr auskennt, dem möchte ich an dieser Stelle den sehr informativen und unaufgeregten NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten“ ans Herz legen
(Danke für die Empfehlung, Olli!).

In diesem Sinne: Bleibt zu Hause, Stay Healthy & Kind!

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Portland

Kurzausflug nach Portland. Von der City of Subdued Excitement braucht man knapp 5 Stunden in die ca. 400km entfernte „Stadt der Rosen“ (wie Portland auch genannt wird). Portland gefällt mir sehr gut. Fast überall gibt es Fahrradwege, die Menschen sind unglaublich freundlich, die Stadt hat einen linksliberalen hippie- und ökomässigen Vibe, man findet noch richtige Neighborhoods mit kleinen Einzelhändlern (die grossen Ketten bleiben noch draussen) und viel Kunsthandwerk.

Das Highlight unserer Portland-Reise war neben dem Wiedersehen mit guten Freunden (die vor kurzem dorthin gezogen sind), der Besuch von „Powell City Books“. Für mich Leseratte das reinste Paradies: Der Laden umfasst einen kompletten Straßenblock und ist mit einer Verkaufsfläche von 6317 m² eine der größten unabhängigen Buchhandlungen der Welt.

Nach so vielen Büchern bekommt man bei einem Spaziergang entlang des Willamette Rivers den Kopf wieder frei.

Ein weiteres Highlight war das gemeinsame Kochen. Unsere Freunde sind leidenschaftliche Hobbyköche und Kayo’s original japanische Ramen sind legendär. Ramen sind eine eigene Art japanischer Nudeln, die traditionell in einer Suppe/Brühe serviert werden. Ramen gehört in Japan zu den wichtigsten Gerichten, die in Europa in die Kategorie Fastfood fallen würden. Allein in Tokio gibt es angeblich mehr als 5000 Ramenläden. Dabei ist die Zubereitung alles andere als „fast“. Die Brühe haben wir am Vorabend angesetzt. Nachdem die Anzahl der Vegetarier/Veganer in unserer Gruppe überwiegt, haben wir eine vegane Brühe aus Wasser, Kombu (= Alge, reich an Nährstoffen und Werten wir Eisen, Kalium, Calcium, Jod, Vitamin A, Vitamin D und Folsäure), Shiitake Pilzen und gerösteten Sojabohnen gekocht. Die Brühe simmert ein paar Stunden vor sich hin, bleibt dann einfach auf dem Herd stehen und wird nach ca. 24 Stunden abgeseiht und mit weiteren japanischen Leckereien gewürzt.
Der Nudelteig für die meisten Ramen besteht aus den Grundbestandteilen Weizenmehl, Salz und Wasser. Der Teig ist sehr, sehr zäh – lässt sich aber gut verarbeiten. Kayo hat aus frisch gemahlenen Haselnüssen (fast Haselnussbutter) und Miso eine salzig-nussige Paste gemacht, die sie unsere Suppenschüsseln gab. Dann wurden die gekochten Ramennudeln darauf verteilt, mit Brühe übergossen, mit im Ofen gerösteten Tomaten und Shiitake Pilzen garniert und schon schlürften wir drauf los. Das war wirklich eine der besten Ramen, die wir je gegessen haben.

In diesem Sinne:

Kulinar(r)isch

Goji Beeren Mandel Trüffel

Goji Beeren sind nicht nur extrem lecker, sondern werden oft auch als „Superfood“ bezeichnet. Sie enthalten u.a. mehr B-Vitamine als jede anderen Frucht. Alissa Segerstens Rezept für diese Goji Beeren-Mandel Trüffel ist zum einen super einfach, ein jederzeit sehr willkommenes Mitbringsel und noch dazu ist nicht allzu „ungesund“.

Füllung:
1 cup (ca. 120 g) getrocknete Goji Beeren
½ cup (ca. 100-120 g) Mandelmus
¼ cup (55-60 ml) Ahornsirup
2 Tropfen Vanille-Extrakt

Schokoladenüberzug:
1 cup (175-180 g) dunkle Schokolade
1 TL Ahornsirup
1-2 Tropfen Vanille-Extrakt (optional)

So geht’s:
Die Goji-Beeren, Mandelmus, Ahornsirup und Vanille-Extrakt in einen Mixer geben und zu einer möglichst homogenen Masse verarbeiten. Mir persönlich macht es nix aus, wenn noch ganze Goji-Beeren mit dabei sind. Kleine Portionen der Goji-Beeren-Mandel-Masse mit den Handflächen zu kleinen Kugeln formen und auf einen Teller setzen und beiseite stellen. Wenn die Kugeln sehr weich erscheinen, können diese in den Kühlschrank gestellt werden.

Während man die Kugeln formt, kann schon mal die dunkle Schokolade zusammen mit dem Ahornsirup und dem Vanille-Extrakt im Wasserbad bei niedriger Hitze geschmolzen werden. Sobald die Schokolade flüssig ist, einen Trüffel nach dem anderen vorsichtig in der Schokolade wenden, bis dieser komplett mit Schoki bedeckt ist. Die Schoko-Trüffel auf einen Teller geben. Wichtig: damit die Trüffel nicht auf dem Teller kleben bleiben, einen Bogen Backpapier auf den Teller legen. Sobald alle Trüffel mit Schokolade überzogen sind, den Teller für ca 30 Minuten in den Gefrierschrank stellen. Wenn die Schokolade fest ist, können die Trüffel in einen Glascontainer (oder in eine Tupperschüssel) umgefüllt werden. Im Kühlschrank sind sie bis zu einer Woche haltbar.