Beach CleanUp

Nach einem sehr netten Silvesterabend und einer sehr kurzen Nacht, fuhren wir am Neujahrsmorgen zum „New Year’s Day Beach Cleanup“. Organisiert von der hiesigen Umweltorganisation „Re-Sources“ trafen sich die eifrigen Müll-Sammler um 10 Uhr morgens in Birch Bay, WA. Warm angezogen, mit Eimern und Müllsammelzangen bewaffnet, spazierten wir den Strand entlang und sammelten alles ein, was in der Natur nichts zu suchen hat. Neben dem üblichen Silvestermüll (Plastikkappen und Metallstangen von Silvesterraketen) sammelten wir Unmengen von Papier, Zigarettenstummeln, Getränkedosen, Flaschen sowie Plastikseile, Zahnpastatuben und noch andere abenteuerliche Dinge ein. Der Müll wird von „Re-Sources“ getrennt und fachgerecht entsorgt. [Mehr zu Re-Sources und unserem dortigen Engagement wird in zukünftigen Posts folgen]. Auch wenn wir wieder einmal verwundert den Kopf schüttelten, wieviel Müll achtlos von Menschen konsumiert und weggeworfen wird, umso mehr haben wir uns gefreut, dass wir nach ein paar Stunden einen ziemlich gesäuberten Strand zurücklassen konnten.

Gleichzeitig mit unserer Müllsammelaktion fand in Birch Bay noch der „Polar Bear Plunge“ statt.  Was ist das? Am 01. Januar springen immer ein paar Mutige (und Wahnsinnige) zur Begrüßung des neuen Jahres in den eiskalten Ozean. Meist findet das Spektakel für einen guten Zweck statt und wird oftmals mit einem Kostümwettbewerb verbunden.

In diesem Sinne: Happy New Year!

Zu Neujahr

Zwischen Weihnachten und dem heutigen Silvestertag ist nicht viel passiert. Wir haben viel gelesen, viel gesportelt und uns einige interessante Dokumentarfilme angeschaut. Ich habe meinen neuen Kalender für 2020 ausgepackt, den 2019-Kalender durchgeblättert und das Jahr nochmal ein wenig Revue passieren lassen. Es war ein sehr spannendes Jahr, da Herr R. dieses Jahr komplett zu Hause verbracht hat – was ja die letzten 3 Jahre absolut undenkbar gewesen wäre. Wir konnten viel reisen und Zeit mit Freunden verbringen, die wir schon viele Jahre nicht mehr gesehen haben. Privat ein absolut tolles Jahr. Eigentlich wollte ich hier noch einen etwas längeren Beitrag über unser Engagement in verschiedenen örtlichen Organisationen, sowie mein persönliches Wort des Jahres 2019 schreiben (nachdem der SPIEGEL das erste „Wort des Jahres“ im abgelaufenen Jahrzehnt als „Wutbürger“ betitelte. Den ganzen Artikel könnt Ihr hier lesen). Aber das wurde dann doch etwas düster. Also habe ich es gelöscht, denn so pessimistisch und wütend will ich das Jahr eigentlich nicht beenden. Zudem wird 2020 wird viel(e) Gelegenheit(en) bieten, ausführlich über diese Dinge zu schreiben.

Aus diesem Grunde halte ich es dann an dieser Stelle einfach mit den Worten Wilhelm Buschs (die mir eine gute Freundin dieses Jahr zu Weihnachten zukommen ließ):

Zu Neujahr
Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.

Der Oktopus

Nachdem ich das Buch „Rendezvous mit einem Oktopus: Extrem schlau und unglaublich empfindsam. Das erstaunliche Seelenleben der Kraken“ von Sy Montgomery gelesen habe, ist meine Faszination für das Leben unter Wasser noch gestiegen. Hast du gewusst, das Oktopoden (neben den acht Armen) drei Herzen haben? Sie können ihre Farbe 77-mal in der Stunde ändern. Sie schmecken über die Saugnäpfe ihrer Arme. Das Gehirn erstreckt sich vom Kopf über alle Extremitäten hinweg. Oktopoden sind einfach unglaubliche Lebewesen! Sy Montgomerys Buch hat mir diese schlauen, empfindsamen und höchst komplexen Cephalpoden auf höchst unterhaltsame Weise näher gebracht.

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Hand in Hand mit dieser Lektüre lief mir das Buch „Crocheted Sea Creatures“ von Vanessa Mooncie in der Bibliothek über den Weg. Und da gibt es doch tatsächlich ein Häkelmuster für einen Oktopus. Wolle geschnappt, Häkelnadel ausgepackt und los gings. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Projekt wirklich in Angriff genommen hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, wie material- und zeitintensiv es wird. Aber die durch das oben genannte Buch ausgelöste Faszination war eine gute Motivation, die mich zum Weitermachen animierte. Und hier nun das Endergebnis:

Klimastreik in Bellingham

– WHAT DO WE WANT?
– CLIMATE JUSTICE!
– WHEN DO WE WANT IT?
– NOW!

Wie gut habe ich die Sprechchöre der „Fridays for Future“-Demos noch im Gedächtnis! Leider fiel hier die Teilnahme am weltweiten Klimastreik am 29. November aufgrund Thanksgiving ins Wasser. Nun ja – zumindest fand der Streik eine Woche später statt. Kudos an die 5 Jugendlichen in Bellingham, die diese Demo vorbereitet und organisiert haben. So gross wie in München oder Berlin war die Teilnehmerzahl leider nicht. An die 500 Menschen gingen in Bellingham am 06. Dezember zusammen fürs Klima auf die Straße. Schön zu sehen, dass auch hier alle Altersgruppen vertreten waren. Jung und Alt zusammen gegen das Planetensterben.

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Demokratie ist kein Zuschauersport!

Dennoch müssen wir mehr tun, als auf die Strasse zu gehen. In Bellingham hat die „Climate Action Task Force“ (bestehend aus Experten aus verschiedenen Bereichen wie öffentlicher Nahverkehr, Energieversorgung (mit den Stadtwerken zu vergleichen), erneuerbare Energien, aus der Baubranche etc.) nach 16-monatiger Arbeit unserem Stadtrat nun einen umfassenden Bericht vorgelegt, in dem detailliert (und gut verständlich) dargestellt wird, welche Maßnahmen die Stadt ergreifen muss, um Bellingham bis 2035 kohlendioxid frei zu machen, d.h. aus Kohle und Gas gewonnene Energie sollen abgeschafft und durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Das war eine spannende und sehr informative Stadtratssitzung. Der Stadtrat war all diesen Vorschlägen auch durchaus zugetan. Nur leider kommen die Sesselpupser mal wieder nicht aus dem Knick und die bürokratischen Mühlen mahlen zu langsam. Nun wird diskutiert, gerechnet und bis die Richtlinien erstmal von den lustigen Juristen formuliert und anschließend in Stein gehauen werden, wird noch viel Wasser den Skagit River runter fließen. Sehr schön fand ich in diesem Zusammenhang, wie viele Jugendliche bei dieser öffentlichen Sitzung nach der verhaltenen Diskussion des Stadtrats ans Rednerpult traten und eindringlich um eine zeitnahe Verwirklichung der vorgeschlagenen Maßnahmen der „Action Task Force“ baten. Ich bin mir sicher: könnten die Jugendlichen jetzt wählen, so würden es nicht so lange dauern, bis diese Vorschläge in die Praxis umgesetzt würden.

Climate Action Task Force Final Report Presentation, Dec 09, 2019

Auch wenn ich eher pessimistisch bin, dass wir den nachfolgenden Generationen einen noch bewohnbaren Planeten hinterlassen werden, so werden wir nicht aufgeben und weiter demonstrieren, Treffen verschiedener Umweltgruppen besuchen (RE Sources for Sustainable Communities und Al Gore’s Climate Reality Project), an Beach Cleanups teilnehmen und den an der Küste angespülten Müll (und tote Tiere) aufsammeln sowie im eigenen Haus für ein nachhaltiges und plastikfreies Umfeld sorgen. Letzteres könnte eigentlich bald ein eigenes Blogpost werden …

Und für alle Klimawandelleugner, Nichtwähler, Nicht-Demonstrierer, Wegschauer, Kopf-in-den-Sand-Stecker und die generell Nicht-Interessierten habe ich noch etwas aus der Spotify FFF Playlist, das Euch vielleicht ein wenig aus Eurer bequemen Lethargie schleudert ….

Neuanfang …

…. nach einer dreimonatigen Europareise sind wir wieder zu Hause. Alle Eindrücke der Reise aufzuschreiben würde zu lange dauern und wäre auch eine emotionale Achterbahn, in die ich gerade nicht unbedingt einsteigen will. Es gab viele schöne Momente im Kreise der Familie, tolle Wiedersehen mit alten und neuen Freunden, hitzige Diskussionen, super Fridays for Future Demos, eine sehr schöne (Erwachsenen-) Taufe, entspannte Tage in heissen Quellen, schwierige Auseinandersetzungen, einen Todesfall, viel Zeit zum Lesen und Nachdenken und eine Zeit des digitalen Minimalismus.

Digitaler Minimalismus? Ja, genau. Deswegen herrschte hier u.a. auch so lange Funkstille … Nachdem ich das Buch “Digitaler Minimalismus” von Cal Newport gelesen und den Film “The Great Hack” auf Netflix angeschaut habe, ist mir die Lust auf facebook, Instagram, WhatsApp und eben leider auch auf das bloggen vergangen.

Der Verzicht von facebook und Instagram fällt mir nicht schwer. Im Gegenteil. Die dort oft so sinnlos vergeudete Zeit verbringe ich nun wieder mit dem Lesen von Büchern, Zeitung und ich habe auch wieder mehr Zeit für kreative Projekte. Viele Freunde sagen „Aber wenn du kaum mehr auf facebook schaust, dann siehst du ja gar nicht, wie es mir geht!“ Meine Antwort „Rufe mich doch einfach an oder schreibe mir eine SMS, Email oder einen Brief!“ Zudem sieht man auf den sozialen Netzwerken eh nicht, wie es einem wirklich geht. Oder hast du schon mal gepostet, wenn du traurig bist und oder du das Gefühl hast, dass dein Leben grad etwas aus dem Ruder läuft? Wohl kaum. Und ich habe keine „FOMO“, was für „fear of missing out“ (Angst, etwas zu verpassen) steht – das hilft, wenn man diesen (un-)sozialen Netzwerken den Rücken kehrt.

Wieso dann eine Wiederbelebung des Blogs? Das frage ich mich auch ein bisschen, denn im Grunde denke ich, dass mein/unser Leben nicht unbedingt aufregend ist. Dennoch erhielt ich in letzter Zeit Anfragen, das Blog wieder aufleben zu lassen, da es einigen von Euch wohl doch Freude macht zu sehen, was wir hier so anstellen – und sei es noch so banal. Das freut mich natürlich. Und ich bin gerne bereit, es nochmal mit dem bloggen zu versuchen …

Und natürlich freue ich mich weiterhin über Eure Anrufe, Emails, SMS und Karten/Briefe.

Kulshan Chorus Frühlingskonzert 2019

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Alle Jahre wieder: das Frühlingskonzert des Kulshan Chorus. Seit unserem Umzug nach B’ham gehören die Konzerte des wunderbaren Chors zu unseren persönlichen Jahres-Highlights. Und das nicht nur, weil unsere liebe Freundin Pat Fabiano dort singt! Kulshan Chorus ist „a recognized community peacemaker, the Kulshan Chorus uses the power of music to reach people on tough social issues where words and argument often fail. Committed to a high standard of artistic excellence, we collaborate with local musicians and performing artists to produce uplifting concerts. Using our musical voice for those who have no voice, we generate meaningful outreach to local schools, groups, churches and non-profits.“ So beschäftigte sich der Chor letztes Jahr u.a. mit der häufig unter den Teppich gekehrten Thematik der häuslichen Gewalt und stellte ein sehr beeindruckendes Konzert auf die Beine, dessen Erlös zum Teil einer örtlichen Einrichtung zur Konfliktlösung zugute kam. Der Chorleiter und Intendant Dustin Willetts erhielt dafür (stellvertretend für den gesamten Kulshan Chorus) den „2018 Whatcom Dispute Resolution Center Peace Builder Award“. Kudos. Des Weiteren besticht der 130 Personen umfassende Chor durch ein Repertoire aus vielen unterschiedlichen Kulturen. Und diese Lieder werden nicht nur gesungen – sondern gelebt (anders kann man es kaum ausdrücken!!) Es gibt fast kein Konzert, bei dem nicht die ein oder andere Träne rollt. Und eins ist immer sicher: bei jedem Konzert reißt es das Publikum zum Schluß aus den Sitzen und es wird getanzt!

Das diesjährige Frühlingskonzert war gleichzeitig ein Jubiläumskonzert: 30th Anniversary – We Are Kulshan! Ein „Best Of Kulshan Chorus“ mit den folgenden Liedern:
1. Let The River Run
2. Imagine
3. Shosholoza
4. Asimbonaga / Biko
5. This Little Light Of Mine
6. City of New Orleans
7. On Children
8. 99 1/2 Won’t Do
9. Something Inside So Strong
10. Remember
11. Amor De Mi Alma
12. Hallelujah
13. Truth
14. Wade In The Water
15. Red Roots and Yellow Weeds
16. It Takes A Whole Village
17. Up To The Mountain
18. We Beheld Once Again The Stars
19. I Go To The Rock
20. How Can I Cry
21. In Aimsir Bhaint An Fheir
22. Java Jive

Wie immer könnt Ihr in die Playlist bei Spotify reinhören. Einfach hier klicken.

Ab nach Hause: Kamloops

Natürlich könnte  man auch in 8 Stunden von Jasper nach B’ham brausen, aber wir haben uns für „slow travel“ entschieden und noch eine Übernachtung in dem kleinen Nest Savona, 30 km westlich von Kamloops entschieden. IMG_1562

Auf dieser Strecke gefiel uns Clearwater besonders gut und wir werden diese Gegend bestimmt noch genauer erkunden!

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Das war ein super Road Trip … und nun freuen wir uns auch wieder auf zu Hause, unsere Freunde, den See und den Garten!

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Jasper

Der letzte Stop unseres zweiwöchigen Roadtrips durch Alberta führte uns in den Jasper Nationalpark. Obwohl der Jasper Nationalpark deutlich größer ist als der benachbarte Banff-Nationalpark, fiel uns die Orientierung hier leichter. Wir wohnten im Alpine Village Cabin Resort, ein wenig abseits vom trubeligen Örtchen Jasper.

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Wie zuvor in Fairmont und in Radium haben wir auch hier die heissen Quellen genutzt und nach einem spannenden Tag im heißen Wasser in den Miette Hot Springs entspannt. Natürlich darf man als badeanstaltverwöhnter Deutscher diese Bäder nicht mit den heimischen high-tech Bädern vergleichen. Hier ist alles ein wenig antiquiert. Uns egal – solange es sauber ist und der Fußpilz ausbleibt!IMG_1557IMG_1554IMG_1552

Auf halbem Weg zwischen Jasper und Maligne Lake befindet sich der Maligne Canyon.  Vom Besucherparkplatz sind es nur wenige Meter bis zur Schlucht und zur ersten von insgesamt sechs Brücken in diesem beeindruckenden Canyon. Es gibt einen vier Kilometer langen Rundweg, der an insgesamt sechs Brücken vorbeiführt. Der Weg ist stellenweise geteert und nicht sehr anspruchsvoll.

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Maligne Lake und Medicine Lake haben wir auch nicht ausgelassen – aber besonders angetan haben es uns die drei hübschen Seen Annette Lake, Edith Lake und Lake Beauvert. Diese drei Seen liegen direkt nebeneinander. Im Gegensatz zu Banff wurden wir in Jasper mit sommerlichen Temperaturen empfangen und somit luden diese Seen schon fast zum Baden ein.

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Der Beauvert Lake liegt einige Minuten weiter auf dem Gelände des schnöseligen Fairmont Hotels. Man kann dort problemlos auf dem Hotelparkplatz parken und einen Spaziergang um den See machen. Wir haben auf einem kleinen Erkundungsgang durch das Hotel im Keller eine Tischtennisplatte gefunden, die wir während unseres 4-tägigen Aufenthalts in Jasper einige Male für ein paar spannende Duelle aufsuchten.

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Von Banff nach Jasper

IMG_1464Der ca. 250 km lange Icefield Parkway verbindet den Banff- und Japer Nationalpark. Man sollte Banff Nationalpark schon recht früh verlassen, denn der Icefield Parkway verlockt zum Anhalten, Aussteigen, Fotografieren und Wandern. 8+ Stunden würde ich auf jeden Fall einrechnen!

Für mich ist der Icefield Parkway definitiv eine der schönsten Straßen der Welt. Folgende Sehenswürdigkeiten werden mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben: Bow Lake (hier beobachteten wir einige Lawinenabgänge), Mistaya Canyon (leider war die 2. Hängebrücke kaputt und wir mussten mal wieder umdrehen), Canyon Icefield, Sunwapta Falls und die Athabasca Falls.

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