Halloween in Bellingham

Alle Jahre wieder: Halloween-Party bei unseren Freunden M&M. Und wie immer fehlte es nicht an guter Laune und innovativen Kostümen:

[Auf dem Schild der trauernden Freiheitsstatue steht: „Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free … I lift my lamp beside the golden door!“ CLOSED TILL FURTHER NOTICE. Eine Erklärung zu der Bedeutung/Interpreation des Schildes findet Ihr hier]

Aber nicht nur wir haben einen riesigen Spaß an Halloween. Die Einwohner von Bellingham – von Einheimischen auch gerne liebevoll „Bellinghamster“ genannt – LIEBEN Halloween. Nicht nur die privaten Parties, sondern vor allem die öffentlichen Veranstaltungen. So findet jedes Jahr am 31. November neben dem „Trick or Treat“ für die Kinder (Einsammeln von Süßigkeiten) das sog. „Thrillingham“ statt. Und wie bei fest jeder öffentlichen Veranstaltung kann man sich auch hier wieder mal die Seele aus dem Leib tanzen. Für „Thrillingham“ studieren einige Tanzbegeisterte 4 Wochen vor Halloween einmal wöchentlich zusammen (mitmachen kann jeder) die Choreografie des Zombie-Tanzes aus Michael Jacksons berühmten Video „Thriller“ ein. Der Tanz wird auf den Stufen des Amphiteaters in Martime Heritage Park in Bellingham aufgeführt. Meine Videoaufnahmen sind leider nicht so super geworden. Deswegen poste ich jetzt hier mal ein Video von 2012, welches dem aufgeführten Spektakel mehr als gerecht wird …

Anschließend wird das Parkett für eine weitere Stunde (bis 22 Uhr) für die tanzbegeisterten Bellinghamster freigegeben. Hier tanzen jung und und alt zusammen und es war eine super Stimmung! In diesem Sinne: Happy Halloween!

Betrachtungsweisen: Amsterdam-Bild (IKEA & Wirklichkeit)

Ich weiß nicht, ob IKEA dieses (gerahmte) Bild auch in Deutschland verkauft, aber hier in USA vertickt der schwedische Möbelgigant diesen Wandbehang mit einer Szene aus Amsterdam, was mich immer wieder zum Schmunzeln bringt. Es zeigt eine Szene in schwarz-weiß, ein an ein Brückengeländer gelehntes rotes Fahrrad (der einzige Farbklecks in diesem Bild), im Hintergrund den Kanal. Im Grunde ein nettes Bild. Wenn da NICHT der rechts neben dem Fahrrad zum Anschlag vollgestopfte Mülleimer wäre. Und wurde dem Sattel nicht auch noch eine Plastiktüte übergestülpt? Wer will sich denn sowas in die Wohnung hängen? 🙂

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IKEA-Bild, Szenen aus Amsterdam

Aber wie wir kürzlich selbst mit eigenen Augen sehen konnten, hat IKEA nicht übertrieben. Es ist fast unmöglich, ein pittoreskes Bild von einem Fahrrad auf einer Brücke über einen Amsterdamer Kanal zu schießen, ohne einen überfüllten Mülleimer im Bild zu haben!

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Amsterdam, eigenes Bild, 2017

 

Selbstgemachtes: Zugluftstopper

Der nächste Winter kommt bestimmt und ich hatte noch so einige Wollreste in einer Kiste rumliegen, die verarbeitet werden wollten. Also dachte ich mir, dass so ein Zugluftstopper (tolles Wort) doch eine feine Sache wäre. Ich war mir nicht sicher, was ich genau machen werde, da ich keine Anleitung hatte. Also habe ich einfach mal drauflos gehäkelt. Hier das Ergebnis:

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Spaziergang durch das Stimpson Family Nature Reserve in Bellingham, WA

Circa 5 Minuten von uns entfernt befindet sich das „Stimpson Family Nature Reserve“. Es handelt sich hierbei um ein 140 Hektar großes Gebiet mit einer unglaublich beeindruckenden Flora (& Fauna) – bestehend aus bis zu 400 Jahre alten Douglas-Fichten, Unmengen an Farnen, blühenden Feuchtbiotopen und zwei kleinen Teichen. Hier fühlen sich Bieber, Rehe und andere, kleine Säugetiere sehr wohl. Sogar Berglöwen wurden schon gesichtet. Es gibt mehrere Wanderwege: einen längeren Rundgang von ungefähr 6km und einen kürzeren Weg rund um einen der beiden Teiche, mit ca. 3km. Hier sind Hunde und Fahrräder verboten – vielleicht ist es im Stimpson Family Nature Reserve auch deswegen so herrlich ruhig. Aber seht selbst:

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Lions Mane Mushroom (= Löwenmähnen-Pilz, aka Igel-Stachelbart (Hericium erinaceus))

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Autsch – wie stachelig! Igelkraftwurz (Oplopanax horridus)
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​Und zu Hause werden wir nach unserem Spaziergang von drei faul im Garten rumliegenden und wiederkäuenden Rehen empfangen 🙂
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Dog Days of Summer – hier dreht sich alles um den Hund

Wie vielleicht einige von Euch wissen, arbeite ich seit gut einem Jahr ehrenamtlich für das hiesige Tierheim, was sich hier am Ort „Whatcom Humane Society (WHS)“ schimpft. Die Whatcom Humane Society (WHS) führt nicht nur das sich am Ort befindende Tierheim, wo Katzen, Hunde und Kleintiere vermittelt werden – nein, des Weiteren gibt es ein „Wildlife Center“, wo wir kranke, verletzte und von Müttern verlassene/verstoßene heimische Tiere (wie z.B. Rehe, Hirsche, Waschbären, Eulen/Uhus etc.) aufnehmen sowie einen Bauernhof, auf dem wir uns um abgegebene Pferde, Schweine, Kühe, Enten/Hühner etc. kümmern und uns um deren Vermittlung kümmern.

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Aber ich schweife ab, denn eigentlich wollte ich ja vom diesjährigen „Dog Days of Summer“-Festival erzählen:
Jedes Jahr veranstaltet die Whatcom Humane Society dieses Familienfest für alle Hundeliebhaber. Dann wird das Softballfeld am Lake Padden Park in Bellingham für einen Tag in einen riesigen Spielplatz für Hunde (und ihre Besitzer) verwandelt. Der Spaß beginnt bereits frühmorgens, indem wir erstmal alles zum Lake Padden karren und richtig viele Stände/Stationen mit Aktivitäten für die Hunde aufbauen.

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Der Laster wird mit allen nötigen Utensilien beladen

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Richtige Milimeter-Arbeit!

Also, was für Aktivitäten werden am „Dog Days of Summer“angeboten? Die Veranstaltung beginnt früh: Bereits um 10 Uhr morgens stehen die ersten stolzen Hundebesitzer mit ihren vierbeinigen Freunden am Softballfeld und läuten den „Dog Days of Summer“ mit einem 5km-Lauf um den Lake Padden ein.

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Andere Aktivitäten sind z.B. der „Hound Hill“. Dabei handelt es sich um einen riesigen Berg aufgeschüttete Erde, in der wir Hundekuchen und andere Leckereien verstecken. Hier können die Hunde sich so richtig schön austoben und nach den Leckerlis buddeln.

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Der „Hound Hill“ wird aufgeschüttet

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Hier wird fleißig nach Leckerlis gegraben

Beim „Paw-Casso“-Stand können die Hunde ihre Pfoten in Farbeimer tauchen und lustige Abdrücke auf Papier hinterlassen (welche dann selbstverständlich dem stolzen Hundebesitzer mit nach Hause gegeben werden).

DSC03091.jpgDann gibt’s einige mit Wasser und Bällen gefüllte Planschbecken, in denen nach Herzenlust gebadet werden kann.

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Neben den vielen Ständen der Whatcom Humane Society gibt es noch andere (unterstützende) Aussteller, wie z.B. einige örtliche Hundeschulen, Pflegefamilien-Vereine (die immer auf der Suche nach neuen Pflegefamilien für Hunde/Katzen/Kleintieren sind) usw. usw.

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Tails-A-Wagging = eine der örtlichen Hundeschulen

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Noah = Hunde-& Katzenvermittlung. Bietet u.a. für einkommensschwache Familien auch kostenloses Sterilisieren und Kastrieren der Tiere an.

Die ganze Veranstaltung „Dog Days of Summer“ wird größtenteils von ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert, begleitet, geleitet, auf- und abgebaut. Das ganze Event ist kostenlos, aber natürlich freut sich WHS über Spenden. Roland und ich wurden dieses Jahr zum Dienst als „Preisrichter“ (Judges) für die stündlich stattfindenden Wettbewerbe eingeteilt.

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Insgesamt gibt es 6 Wettbewerbe:
* Bester Schwanzwedler?
* Bester Heuler?
* Was mein Hund alles isst? (hier werden dem Hund vom Hundekuchen bis zum frischen Spinat insgesamt 6 „Leckerlis“ vorgelegt. Wer wirklich alles frisst, hat gewonnen)
* Kostümwettbewerb

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Little Chiquita Banana

* Wer „küsst“ unsere Animal Control Officers am Besten?

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Animal Control Officer Paul wird herzlich geknutscht

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Unsere Animal Control Officer Alicia schaut etwas skeptisch

* Erdnussbutter-Fress-Wettbewerb (welcher Hund kann am schnellsten einen Klecks Erdnussbutter auffressen)

DSC03221here's what you have to do to be a contender in the PB eating contest

Das war ein Spaß!

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Roland überreicht der stolzen Gewinnerin (und dem wenig beeindruckten Hund) einen Preis

Der „Dog Days of Summer“ endet nachmittags um 4. Dann ist man aber auch wirklich platt. Die Vorbereitung und Planung, die Durchführung und auch das Abbauen ist wirklich eine Hunde-Arbeit. Aber wir hatten sehr, sehr viel Spaß und das Tierheim hat eine schöne Summe an Spenden eingenommen. Wir machen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder mit!

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Rooftop Cinema – Kino auf dem Dach der Parkgarage

Das hiesige kleine Programmkino veranstaltet im Sommer ca. 5 Kinovorstellungen auf dem Dach des Parkhauses in der Innenstadt von Bellingham. Meist handelt es sich um Konzertfilme oder beliebte Klassiker, die zum Singen einladen, wie „O Brother, Where Art Thou?“, „Rocky Horror Picture Show“ etc.

Der Eintritt ist kostenlos, aber natürlich spendet jeder ein bissl was für das Pickford Theatre. Auf das Dach der Parkgarage werden Lautsprecher, allerhand technische Gerätschaften, und eine Leinwand aufgebaut. Natürlich wird auch für das leibliche Wohl mit einem kleinen Biergarten und diversen Würstelbuden und alkoholischen Getränken gesorgt. Das Pickford stellt einige Klappstühle zur Verfügung, aber die meisten Leute bringen ihre Stühle und Decken (könnte frisch werden) selbst mit.

Gestern abend spielte „Stop Making Sense“, der Film der Band „Talking Heads“ aus dem Jahre 1984.  Es war ein lauer Sommerabend und kurz nach Sonnenuntergang begann die Vorstellung. Und typisch Bellingham: nach ca. 10 Minuten tanzte die Hälfte des Publikums zu den legendären Songs der Talking Heads!

Aussicht auf die Bellingham Bay vom Rooftop

Ambitionierte Tänzer

Royal Blood in Vancouver

Da wir im Rahmen des Besuches von Rolis Eltern eh in Vancouver waren, verbanden wir dies gleich mit einem Konzertbesuch meiner geliebten Band Royal Blood. Super! Das Konzert fand in dem relativ kleinen Commodore Ballroom statt & hat einfach nur Spaß gemacht! Was freu ich mich, dass „Royal Blood“ demnächst die Vorgruppe von Guns’n Roses sein wird, die wir in knapp 2 Wochen sehen werden.

Roller Derby – mit den Bellingham Roller Betties

Bellingham Roller Betties

„Roller Derby“ ist eine Sportart auf Rollschuhen – hauptsächlich von Frauen in den USA ausgeübt. Beim Roller Derby fahren die berollschuhten Damen jedoch nicht nur um die Wette im Kreis, sondern hier geht es richtig zur Sache. Die Regeln scheinen kompliziert, sind aber eigentlich schnell erklärt: Gespielt bzw. gefahren wird auf einem Oval (Track), gegen den Uhrzeigersinn. Ein Spiel (Bout) besteht aus zwei Halbzeiten à 30 Minuten. Es treten 2 Mannschaften gegeneinander an. Von je 14 Mitglieder sind jeweils 5 auf der Bahn. Davon ist eine Spielerin die Punktemacherin, der sog. „Jammer“ (engl. to jam = stören). Sie muss innerhalb von 2 Minuten die Gegnerinnen so oft wie möglich überrunden. Für jede überholte Gegnerin erhält sie einen Punkt. Die restlichen Spielerinnen rollen langsam bis mittelschnell und versuchen den gegnerischen „Jammer“ aufzuhalten oder ihrem eigenen „Jammer“ zu helfen. Legaler Körperkontakt begrenzt sich auf die Hüften, Schultern und den Vorderkörper. Zu illegalen Manövern gehören: Festhalten, Schübe mit den Ellenbogen, Bein stellen und in den Rücken fahren.

Ich kenne das Roller Derby bisher nur aus dem Film „Whip It!“ (auf deutsch „Roller Girl“) Der Film ist recht unterhaltsam und durchaus zu empfehlen:

Umso erfreuter war ich zu erfahren, dass Bellingham ein eigenes Roller Derby-Team hat – die Bellingham Roller Betties. Und so haben wir uns an einem Sonntag abend ein solches Derby in der Turnhalle des Community Colleges in Bham angeschaut! Sehr unterhaltsam – vor allem, weil die Damen sich auch recht lustig für Ihre Auftritte schminken und anziehen. Dennoch ist das Roller Derby nichts für schwache Nerven. Hier wird geschubst, gezwickt, festgehalten und alle paar Sekunden fliegt eine Dame mit hohem Karacho auf die Nase bzw. meistens auf die Knie. Und ich bin mir sicher: das war nicht das letzte Roller Derby, das ich mir angeschaut habe.

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Hier geht’s zur Sache …